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Kartenarbeit

Coaching mit Kartenarbeit

Von Peter Hoenig · Stand:

Kartenarbeit öffnen

Manche Themen lassen sich nicht einfach erzählen. Auf die Frage „Was beschäftigt Sie?“ kommt oft ein Achselzucken – obwohl innerlich längst etwas in Bewegung ist. Hier setzt die Kartenarbeit an: Bild-, Motiv- oder Wortkarten wirken wie Projektionsflächen. Was wir in einer Karte sehen, hat mit dem zu tun, was uns bewegt. Die Karte wird damit zum Gesprächsanlass, nicht zum Ergebnis.

Die drei Schritte

  1. Wählen: Welche Karte spricht Sie an – und welche stößt ab? Beides ist aussagekräftig.
  2. Legen: Wo kommt diese Karte hin? In die Mitte, an den Rand, neben welche andere?
  3. Deuten: Was sagt Ihnen diese Anordnung über Ihr Thema?

Beim Legen entsteht ein Bild, das sich wie eine Landkarte lesen lässt: Mitte und Rand, Nähe und Distanz, Ordnung und Durcheinander verraten etwas über innere Strukturen. Und weil die Karten mit den Händen bewegt werden, kommt der Körper ins Spiel – Erkenntnisse werden greifbarer und bleiben besser in Erinnerung.

Kartenarbeit ist unabhängig von der Methode einsetzbar: bei der Zielklärung, im ersten Coaching-Gespräch, in der Werte-Arbeit, in Teams und Großgruppen. Sie senkt die Einstiegshürde spürbar – man redet zunächst über die Karte und nicht gleich über sich –, beschleunigt die Themenfindung und öffnet Räume, die geschlossene Fragen verschließen würden.

Was das Werkzeug kann

  • Mitgelieferte Kartensets: Motivkarten mit Bildern, Fragen zum Perspektivwechsel, Rollen und Blickwinkel, Werte, Stärken und Ressourcen, Gefühle, Bedürfnisse und Satzanfänge.
  • Karten legen: Eine Karte aus der Liste auf das Board ziehen oder anklicken. „Zufällig ziehen“ legt eine Karte, auf Wunsch verdeckt. „3 / 5 / 7 verdeckt“ legt verdeckte Karten zur intuitiven Wahl aus, „Alle offen“ das ganze Set zur bewussten Wahl.
  • Aufdecken und auswählen: Doppelklick zeigt die Karte groß, die Taste F dreht sie um. Gewählte Karten markieren Sie mit M und räumen die übrigen mit einem Klick ab.
  • Assoziationen festhalten: Zu jeder Karte gehört ein Notizfeld; der Text erscheint unter der Karte, die erste Zeile hervorgehoben.
  • Legevorlagen geben Felder vor: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft, Ist – Weg – Ziel, Wahrnehmungspositionen, Träumer – Realist – Kritiker und weitere. Ein Feld lässt sich mitsamt seinen Karten verschieben.
  • Runden: „+ Runde“ kopiert das Board – etwa für einen zweiten Blick aus anderer Perspektive oder für das Zielbild. So wird der Verlauf sichtbar.
  • Perspektivwechsel: Dieselbe Karte aus verschiedenen Blickwinkeln deuten – eine Rollen-Karte wie „Mein Team“, „Ein neutraler Beobachter“ oder „Ich in fünf Jahren“ neben die Bildkarte legen oder eine neue Runde anlegen und die Notizen aus dieser Sicht schreiben.
  • Eigene Kartensets: Bilder hinzufügen – sie werden verkleinert und auf das gewählte Format zugeschnitten – oder Textkarten zeilenweise anlegen. Sets lassen sich als Datei exportieren und weitergeben.
  • Speichern und Export: Datei *.kartenarbeit.json mit allen Runden und verwendeten eigenen Sets. Export nach PDF, PowerPoint, LibreOffice Impress, Visio, SVG und PNG; das Kartenprotokoll als CSV listet alle Karten aller Runden mit ihren Notizen.

Ein Hinweis zu Bildrechten

Bitte verwenden Sie nur Bilder, an denen Sie die Nutzungsrechte haben. Gekaufte Kartensets von Verlagen dürfen in der Regel nicht abfotografiert, digital genutzt oder weitergegeben werden – auch nicht im eigenen Werkzeug. Die mitgelieferten Motive sind eigene, schlichte Zeichnungen und stehen wie das Werkzeug selbst unter der GPL.

Wofür sich das eignet

Als Einstieg in Sitzungen, wenn das Thema noch keinen Namen hat. Zur Selbstreflexion. Und besonders in Online-Formaten, wo ein physisches Kartendeck nicht auf dem Tisch liegen kann – hier ersetzt das Werkzeug etwas, das sonst einfach fehlt.

Eine wichtige Einordnung

Die Karten dienen im Coaching als Reflexions- und Gesprächsanlass, nicht als Diagnoseinstrument. Eine Kartenwahl sagt nichts Feststehendes über einen Menschen aus. Coaching ist keine Psychotherapie (§ 1 Abs. 3 PsychThG).

Ihre Daten bleiben bei Ihnen

Das Werkzeug ist eine einzelne HTML-Datei, die vollständig in Ihrem Browser läuft. Es lädt nichts aus dem Internet und sendet nichts. Ihre Boards liegen in Ihren Dateien, eigene Kartensets im Speicher dieses Browsers. Das Werkzeug ist kostenlos und steht als freie Software unter der GNU General Public License (GPL-3.0-or-later).

Verwandte Werkzeuge

Was über die Karten gefunden wurde, lässt sich weiterverarbeiten: innere Stimmen in Mein inneres Team, Beziehungen auf dem Systembrett, eine anstehende Wahl im Tetralemma. Alle Werkzeuge finden Sie unter Ressourcen.

Wenn Sie Kartenarbeit in einer Begleitung erleben möchten, melden Sie sich gern zum kostenfreien Erstgespräch – im Personal Coaching, Business Coaching oder in der Moderation von Gruppen.

Lassen Sie uns über Ihr Vorhaben sprechen

In einem unverbindlichen Erstgespräch klären wir, wo Sie stehen und welcher Weg zu Ihnen passt.

  1. Sie schreiben mir kurz, worum es geht.
  2. Wir sprechen etwa 30 Minuten telefonisch oder per Video – kostenfrei.
  3. Sie erhalten einen Vorschlag, welche Module zu Ihnen passen.