Tetralemma und Entscheidungswaage
Entscheidungen von fünf Seiten betrachten statt nur Ja oder Nein
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Vor einer wichtigen Entscheidung denken wir meist in zwei Kategorien: dafür oder dagegen. Genau diese Verengung ist oft das Problem – nicht die Entscheidung selbst. Beide Teile dieses Werkzeugs arbeiten dagegen, auf unterschiedliche Weise, und sie liegen in derselben Datei: Sie können ein Anliegen zuerst im Tetralemma erkunden und die Argumente anschließend auf der Waage gewichten.
Das Tetralemma: fünf Positionen statt zwei
Das Tetralemma stammt aus der indischen Logik. Im Coaching wird meist die Form von Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer genutzt, die es im Rahmen der Systemischen Strukturaufstellungen eingeführt haben. Es führt über fünf Positionen aus der Zweiteilung heraus:
- Das Eine – alles, was für die eine Möglichkeit spricht.
- Das Andere – der Gegenpol, in voller Stärke gewürdigt, ohne ihn sofort wegzuargumentieren.
- Beides – was wäre, wenn sich die Gegensätze verbinden ließen?
- Keines von beiden – hier bekommt die Ambivalenz einen eigenen Ort: Was ist noch offen, unklar, noch nicht entscheidbar?
- All dies nicht – und selbst das nicht – die Position, die den Rahmen selbst in Frage stellt. Was, wenn die Frage gar nicht die richtige ist? Hier entstehen häufig die Lösungen, die weder Ja noch Nein kennen.
Im Werkzeug beschreiben Sie links jede Position und schätzen ein, wie stimmig sie sich anfühlt. Wenn Sie lieber in Bewegung denken: Die Positionen lassen sich im Raum mit Bodenankern abgehen, und der Editor hält fest, was sich dabei zeigt.
Die Entscheidungswaage: Gewichte statt Listen
Eine Pro-und-Contra-Liste behandelt alle Punkte gleich – obwohl ein einziges Argument manchmal schwerer wiegt als fünf andere zusammen. Die Entscheidungswaage macht dieses Gewicht sichtbar. Sie wählen zunächst die Variante:
- Zwei Optionen – A oder B, wenn zwei konkrete Wege zur Wahl stehen.
- Dafür und dagegen – wenn es um ein einzelnes Vorhaben geht.
- Veränderungswaage mit vier Feldern: Vor- und Nachteile der Veränderung und des Beibehaltens. Diese Form ist unter anderem aus der Motivierenden Gesprächsführung bekannt und deckt auf, was oft übersehen wird – dass das Bleiben ebenfalls Vorteile hat und Preise fordert.
Jeden Punkt gewichten Sie von 1 (wenig wichtig) bis 5 (sehr wichtig). Die Waage neigt sich zur schwereren Seite – kein Urteil, sondern ein Spiegel der momentanen Tendenz und ein Impuls für das Gespräch: Was würde es bedeuten, dem zu folgen? Zusätzlich lässt sich das Bauchgefühl festhalten, und das ist bewusst so: Die Waage rechnet nur. Entscheidend bleibt, wie stimmig sich das Ergebnis anfühlt. Weicht die Rechnung vom Gefühl ab, ist das die interessanteste Stelle des ganzen Verfahrens.
Was das Werkzeug sonst noch kann
- Ein Klick auf ein Feld oder einen Punkt im Bild springt links zum passenden Eingabefeld.
- Rückgängig und Wiederholen über Strg+Z und Strg+Y, Speichern über Strg+S, Öffnen über Strg+O.
- Speichern als Datei
*.entscheidung.jsonmit beiden Teilen – Tetralemma und Waage zusammen. - Export nach PDF, PowerPoint, LibreOffice Impress, Visio, SVG und PNG; die Tabelle als CSV-Datei enthält alle Texte und Gewichte zum Weiterrechnen.
Wofür sich das eignet
Für Berufswahl, Jobwechsel und Standortfragen. Für Investitions- und Vorhabenentscheidungen im Unternehmen, bei denen eine Gruppe die Gewichte gemeinsam vergibt – oft ist das Gespräch über die Gewichtung wertvoller als das Ergebnis. Für echte Entweder-oder-Situationen im Selbstcoaching. Und für die Begleitung durch Coach oder Beraterin, wo die fünf Positionen eine Gesprächsstruktur vorgeben, die niemand vergisst.
Eine wichtige Einordnung
Tetralemma und Entscheidungswaage dienen im Coaching als Reflexions- und Gesprächsmodelle, nicht als Diagnoseinstrumente. Sie treffen keine Entscheidung und sagen nichts über richtig oder falsch. Coaching ist keine Psychotherapie (§ 1 Abs. 3 PsychThG).
Ihre Daten bleiben bei Ihnen
Das Werkzeug ist eine einzelne HTML-Datei, die vollständig in Ihrem Browser läuft. Sie lädt nichts aus dem Internet und sendet nichts – gerade bei beruflichen Entscheidungen, die noch niemand wissen soll, ist das der entscheidende Punkt. Ihre Arbeit liegt in Ihren Dateien auf Ihrem Rechner. Das Werkzeug ist kostenlos und steht als freie Software unter der GNU General Public License (GPL-3.0-or-later).
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Wenn die widerstreitenden Argumente weniger Sachfragen als innere Stimmen sind, ist Mein inneres Team der passendere Zugang. Um eine Entscheidung mit allen Beteiligten räumlich aufzustellen, nehmen Sie das Systembrett. Für den Einstieg über Bilder statt Worte gibt es die Kartenarbeit. Alle Werkzeuge finden Sie unter Ressourcen.
Wenn Sie eine Entscheidung nicht allein treffen möchten, begleite ich Sie gern im Business Coaching oder Personal Coaching – melden Sie sich zum kostenfreien Erstgespräch.
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